gruen für 3 - Bi Scholver Feld

Pressemitteilung 09-2012

Der Verein „gruen für 3 – BI Scholver Feld“ nimmt die erneute Überschreitung der Benzol-Grenzwerte im August 2012 durch das BP-Bestandswerk in Scholven zum Anlass, Oberbürgermeister Baranowski aufzufordern, die geplante Norderweiterung des BP-Chemiestandorts nun endgültig zu stoppen.

Diese Messergebnisse haben nur das bestätigt“, so der Sprecher Rainer Faber, „was Fachleuten schon lange klar ist. Durch Altlasten im BP-Bestandswerk, bedingt durch Kriegsereignisse und jahrzehntelange Chemie-Produktion, ist der Boden und das Grundwasser großflächig unter anderem auch mit Benzol verseucht. Daher setzen unter anderem Erdbewegungen, die in diesem riesigem Werk fast ständig anfallen, unkontrollierbar große Mengen Benzol frei.“

 In diesem Zusammenhang kritisiert „gruen für 3“, dass der am 27. September im Rat zur Abstimmung vorliegende Bebauungsplan 404 für die BP-Norderweiterung immer noch von der Fiktion ausgeht, dass die „Benzolproblematik um das Bestandswerk beherrschbar“ sei. Diese Fiktion, die die BP-Werksführung speziell für die offenen Ohren des Oberbürgermeisters entwickelt hat, ist für jeden offensichtlich ad absurdum geführt worden.

Da noch nicht einmal das derzeit bestehende Werk Scholven in der Lage ist, die gesetzlichen Grenzwerte sicher einzuhalten, entfällt nun endgültig auch jede Grundlage für die BP- Norderweiterung. Zumal OB Baranowski in der Beschlussvorlage für den Bebauungsplan einräumt, dass auch die „Realisierung der Norderweiterung .. mit zusätzlichen Luftschadstoffen einhergehen..“ kann (s. Beschlussvorlage, Seite 7).

Statt die BP-Norderweiterung mit zusätzlichen schwer zu überschauenden Belastungen für die Gesundheit zu forcieren liegt es in der politischen Verantwortung von Oberbürgermeister Baranowski, zum Schutz der Bevölkerung jetzt endlich dafür Sorge zu tragen, dass die Ursachen für die vorhandenen Grenzwert-Überschreitungen erkannt und nachhaltig beseitigt werden.

Es ist die Pflicht des Oberbürgermeisters, sich um die gesunden Lebensverhältnisse der Anwohner zu kümmern. Für den Fall das am 27. September auch noch grünes Licht für die BP-Norderweiterung gegeben werde, kündigt die Bürgerinitiative schon heute ihren entschiedenen Widerstand an.

Schließlich“, so der Sprecher Rainer Faber abschließend, „handelt es sich bei Benzol nicht um irgendeinen Stoff. Benzol ist bekanntermaßen stark krebserregend und erbgutverändernd beim Menschen. Es ist erwiesen, dass bei einer Atemluftkonzentration von nur einem µg/m3 eine von 110.000 Personen zusätzlich an Leukämie erkrankt. Wenn am Fünfhäuserweg 6,1 µg/m3 Benzol gemessen wurden, ist das 6,1 µg zuviel Benzol in unserer Atemluft! Wie lange will Herr Baranowski dafür noch die Verantwortung übernehmen?“

Manfred Schumacher Friedhofstraße 99 45768 Marl