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BP streicht 600 Stellen in Deutschland

 Jobabbau wird Realität

Der britische Ölkonzern treibt seine Sparpläne weiter voran und will trotz Milliardengewinn 600 Arbeitsplätze abbauen. Besonders hart trifft es Bochum und Gelsenkirchen.

 
Trotz schwarzer Zahlen will BP in Deutschland rund 600 Stellen streichen. "Gemeinsam versuchen wir alles, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, aber noch können wir sie nicht garantieren", sagte der Vorstandschef der Deutschen BP, Uwe Franke, der "WAZ" zu den Plänen.


Von den rund 1200 Arbeitsplätzen in der Bochumer Hauptverwaltung sollen demnach 200 Stellen in ein neues europäisches Dienstleistungszentrum nach Budapest verlagert werden. In der Gelsenkirchener Raffinerie sollten 340 von bislang 2060 Stellen wegfallen. In Hamburg sind demnach 50 und in Mönchengladbach zehn Arbeitsplätze betroffen.

 
In weiser Voraussicht

 
Zwar erwarte das Unternehmen, zu dem in Deutschland die Tankstellenmarke Aral gehört, trotz der Wirtschaftskrise in diesem Jahr schwarze Zahlen, sagte Franke. Aber man dürfe in guten Jahren nicht mit der Kostendisziplin warten, bis man in den roten Zahlen.

BP hatte am Dienstag für das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn von knapp 5 Mrd. $ ausgewiesen. Damit halbierte sich das Ergebnis zwar, dank des Sparkurse lag es aber um fast 50 Prozent über den Expertenerwartungen.

 
QUELLE: Financial Times vom 28.10.2009


KOMMENTAR: Zahlenspiele

Folgende Beschäftigtenzahlen wurden der WAZ noch am 07. Februar 2008 seitens der BP (Deutschland) genannt: Bochum 1400 - Gelsenkirchen 3500 (ANM.:gemeint waren wohl 2100) - Hamburg 800. Vergleicht man diese Zahlen mit den nunmehr aktuell genannten Zahlen, so ergibt sich daraus, dass in den vergangenen Monaten in Bochum bereits 200 und in Gelsenkirchen 40 Arbeitsplätze abgebaut wurden. Im Gesamtergebnis bedeutet dies somit 400 in Bochum bzw. 380 Arbeitsplätze in Gelsenkirchen weniger.
Bedenkt man weiterhin, dass an einem Arbeitsplatz, konservativ geschätzt, weitere drei Arbeitsplätze "hängen" führt dies zu einem regionalen Verlust von rund 2400 Beschäftigungsverhältnissen. Da ist es wenig tröstlich, wenn betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden sollen.